Unternehmen organisieren sich zunehmend in weltweiten Netzwerkstrukturen | Zurück | | | | |
| 19.07.2010 | Seit in den frühen 90erJahren des letzten Jahrhunderts das Internet entstanden ist, sind kaum 20 Jahre vergangen. In dieser kurzen Zeit hat sich die Nutzung des Internets als weltweites Massenphänomen fest etabliert und Kommunikation wie Arbeitswelt revolutioniert. Immer mehr klassische Industriearbeitsplätze gehen verloren, da sie in Billiglohnländer in Osteuropa oder Asien verlagert werden. Die lange angekündigte Wissensgesellschaft ist Realität geworden und mit ihr werden auch immer mehr Arbeitsplätze in Forschung und Entwicklung ins billige Ausland verlagert. Dies hat weitreichende Konsequenzen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Aufträge können weltweit an internationale Teams vergeben werden. Durch eine virtuelle Organisation können diese 24 Stunden am Tag arbeiten und via Internet ihre Arbeitsergebnisse transportieren. Unternehmen, die sich auf diese neuen Arbeitsstrukturen einstellen und sich virtuell in Netzwerken organisieren, können sich somit Wettbewerbsvorteile verschaffen.
 Was sind die entscheidenden Merkmale, die ein Unternehmen auf dem Weg zur virtuellen Organisation beachten sollte? Trotz des einerseits immer noch in vielen Branchen vorherrschenden Trends, mit Fusionen die eigene Unternehmensgröße und Wettbewerbsfähigkeit zu optimieren, ist andererseits bei vielen Unternehmen auch eine Konzentration auf die eigenen Kernkompetenzen zu beobachten. Geschäftsprozesse, die nicht zum Kerngeschäft des Unternehmens gehören, werden verkauft, um die personellen und finanziellen Ressourcen zu bündeln und wieder schlagkräftiger zu werden sowie langfristig Wettbewerbsvorteile zu sichern. Um dem Risiko zu entgehen, von den eigenen Kunden nicht mehr als kompletter Lösungsanbieter zu erscheinen, gehen viele Unternehmen - dauerhafte oder projektbezogene - Kooperationen mit anderen Dienstleistern ein und bilden ein Full-Service-Netzwerk.
 Ein international agierendes Unternehmen kann heutzutage im Prinzip seine gesamte Unternehmensstruktur virtuell organisieren. Bis auf wenige zentrale Geschäftsprozesse können Sie fast alle Aufgaben an externe Dienstleister oder Netzwerkpartner vergeben. Somit wird das Unternehmen sehr flexibel und kann sich blitzschnell an neue Anforderungen anpassen. Ein weiterer Vorteil besteht in flexiblen und kurzfristig terminierbaren Vertragsstrukturen mit seinen Kooperationspartnern und einem relativ niedrigen Fixkostenblock.
 Manche Geschäftsprozesse - beispielsweise der Vertrieb -können teilweise oder komplett auch direkt ins Internet verlagert werden. Hier spielen räumliche und zeitliche Kriterien keine Rolle und es können Produkte und Dienstleistungen schneller, rund um die Uhr und weltweit angeboten werden. Um sich darauf einzustellen, muss ein Unternehmen jedoch national unterschiedliche rechtliche Vorschriften beachten.
 Das Gesamtunternehmen kann sich mit seinen Abteilungen und Arbeitsprozessen auch international organisieren. Wenn beispielsweise die Forschungs- und Entwicklungsabteilung auf verschiedene Länder verteilt ist, können die Teams rund um die Uhr gemeinsam an einer Aufgabe arbeiten und so einen entscheidenden Geschwindigkeitsvorsprung erreichen.
 Die Entwicklung schreitet weiterhin rasant fort und es werden weitere Angebote und Modelle entstehen, die es dem Kunden ermöglichen weltweit, schnell und vor allem individuell bedient zu werden. Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien schaffen völlig neue Geschäftsmodelle. Wer die Virtualisierung einer Organisation vorantreiben möchte, sollte sich starke und verlässliche Netzwerkpartner suchen.
 Michael Fridrich
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