Auch Kontrolle ist eine Führungsaufgabe | Zurück | | | | |
| 01.09.2010 | Edeka, Telekom, Lidl: Die Liste der Unternehmen, die in einen Skandal um Mitarbeiterüberwachung verwickelt waren, ist lang. Die Regierung zieht daraus nun die Konsequenzen mit dem Gesetz zum Arbeitnehmerdatenschutz. Aber eine Kontrolle der Mitarbeiter ist nicht per se schlecht, sondern auch eine Führungsaufgabe - allerdings im richtigen Maß.
 In einem Laborexperiment konnte Professor Michael Kosfeld von der Goethe-Universität in Frankfurt zusammen mit Professor Armin Falk, Universität Bonn, belegen, dass Kontrolle demotiviert. "Die Führungskräfte, die keine Kontrolle einführten", erklärt Kosfeld im Personalmagazin (Ausgabe 07/2008) das Experiment, "erhielten von den Mitarbeitern mehr Arbeitseinsatz als jene, die von vorneherein einen gewissen Einsatz abverlangten." Daraus schloss das Forscherteam, dass Kontrolle sich nicht lohne.
 Kontrollieren, aber nicht demotivieren Trotzdem gibt es Fälle, in denen Kontrolle nötig ist. Zum Beispiel dann, "wenn man nicht davon ausgehen kann, dass Mitarbeiter bereit sind, mehr Arbeit zu leisten als das Minimum", so Kosfeld im Interview mit dem Personalmagazin. Dies seien normalerweise eher stupide oder an sich langweiligere Tätigkeiten.
 Ist Kontrolle nötig, sollte sie so gestaltet sein, dass sie nicht demotiviert. Wie Kosfeld erklärt, müsse man dafür die Misstrauenssignale aus der Kontrolle entfernen. Es muss erklärt werden, warum eine Kontrolle eingeführt wird. Und dabei gilt es zu betonen, dass es nicht um die Mitarbeiter geht, die von sich aus viel Leistung zu zeigen, sondern nur um einige schwarze Schafe im Unternemen. Außerdem "muss sich die Führungskraft der Reziprozität bewusst werden", so Kosfeld. "Sie muss wissen, dass das eigene Verhalten ein Verhalten bei den Mitarbeitern auslöst."

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